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Hinter den Kulissen

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In dieser Nacht wurde ein Star geboren.

Der Steinbock hatte den Gesprächsstoff für die nächsten vier Jahre geliefert. Nach einem tosenden Applaus sprang Sami vom Fels, Minnie hatte er ganz vergessen, und lief zum Steinbock. Das war sein neues Idol und der Massstab für seine Karriere als Bühnenstar. Weniger war für ihn nicht denkbar. Er spürte es, die Bühnenpräsenz war ihm in die Wiege gelegt worden.

Er musste sich durch die Menge drängen, um nahe an den Steinbock heranzukommen. Ganz vorne waren die Fans, die ihn bewundernd umringten. Samis Ziel war, eine Frage zu stellen, die er seit dem ersten Lebensjahr mit sich herum trug.

Es war der Steinbock, der sich ihm freundlich zuwandte und ihm eine Frage erlaubte. Sami, zitternd vor Erregung: «Mit welcher Fülfederhalter-Marke gibst du deine Autogramme?» «Ich weiss nicht, was diese Frage soll?» antwortete der Steinbock freundlich. Sami erwiderte, «Wenn ich meinen Fans einmal Autogramme geben werde, möchte ich schon Eindruck machen, darum die Frage.» «Das ist kein Geheimnis», lachte der Steinbock. «ich bin bei MONTBLANC unter Vertrag, die machen nicht nur die besten, sondern auch die elegantesten Füllfederhalter. Zufrieden?»

Sami war überglücklich, jetzt konnte ihn niemand mehr am Aufstieg seiner Karriere hindern. Alles war da, sein Talent, sein eiserner Wille und die Vision. Ja und Minnie würde ihm sicher zur Seite stehen.

Bei der letzten Weggabelung, dort wo die im letzten Jahr vom Blitz getroffene Tanne lag, sahen sie unseren Genossen auf einem Felsblock stehen. Sie hielten inne und schauten zu ihm herüber. Sie hörten «Dumm, dumm, dä, di, dä, dä, . . . » aus seinem Munde und sahen, wie er sich in diesem Rhytmus bewegte. Sami erkannte eine klitzekleine Ähnlichkeit mit dem Steptanz von Sammy Davies Jr.

Beide waren berührt vom linkischen Charme unseres Genossen und auch überrascht, dass er seine Scheu überwinden konnte. Hatte er vielleicht vor, Karriere zu machen? Er war doch eher ein guter Handwerker, als ein Tänzer. Aber die Antwort wollten sie dem Leben überlassen.

Sie schauten noch eine Weile zu und gingen dann Hand in Hand durch starkes Schneegestöber nach Hause. Wie war das Leben doch so schön!