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Sepp an der Winter-Olympiade

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Sepp hört den Wecker wieder einmal nicht.

Kann er auch nicht. Er ist an der Winterolympiade in Canada. Da steht er im Starterhaus. Der Wind bläst durch die Ritzen. Er spürt die Kälte und will endlich starten, raus aus dieser Eishöhle.

«Neun, Acht, Sieben», hört er undeutlich. Seine Gedanken sind ganz woanders. Im Kopf geht er die Strecke nochmals durch. Wie ein Fotoalbum, schön farbig und in Postkartengrösse.

«Sechs, Fünf, Vier», Sepp fährt in seiner Fantasie schon in die Zielgerade und erkennt die Menge. Alles jubelt und kreischt. Jetzt hört er den Starter rufen, «Eins, Los!»

Jemand stösst ihn aus dem Starterhäuschen in die eisige Abfahrt. Hier wird am Ziel nur der Sieger geküsst, nur ihm wird das Mikrophon gereicht. Wird Sepp der Glückliche sein?

Jetzt befindet er sich oberhalb des langen S-Kurve, S wie Sepp. «Aha, das könnte ja ein Omen sein», denkt er. Das S rast auf ihn zu. Er denkt schon an das Sieger-Interview. Da passiert es: «Schei..» geht es ihm durch den Kopf. Seine Skier verlieren den Kontakt zum Boden. Er fliegt durch die Luft und prallt mit dem Füdli auf die Piste. Geistesgegenwärtig hält Sepp die Balance und gleitet auf seinem Gesäss durch die S-Kurve, die von Bernhard Russi gebaut worden ist.

Sepp macht das beste draus: «Der Russi hat doch die Rennen gewonnen, weil er länger in der Hocke bleiben konnte» erinnert er sich und nimmt sich kurz entschlossen vor, hockend durchzufahren.

Am Ziel hält ihm Beni Thurnheer das Mikrofon vors Gesicht. «Gewonnen?», fragt er. Beni meint: «Vielleicht am Sonntag, beim Schlittenrennen».