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1001 Nacht

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Ich bin Sepp aus der Schweiz.

«Ich habe auf deine Ankunft gewartet», sagt Fata, «du bist mir mit allem zuvorgekommen.» Sepp lächelt und nimmt sie bei der Hand. «Fata!» Dann zieht er vorsichtig etwas aus dem Reisebeutel: «Hier sind deine langersehnten Perlen.» Fata hält die Perlenkette fest in der Hand und lächelt Sepp dankbar an. «Das ist nichts Spezielles», sagt der Sepp etwas verlegen. «Ich hab sie von der Migros, für nur Fr. 29.90.»

Die Sonne scheint flach auf die beiden, ihre Schatten dehnen sich in Richtung der grossen Düne aus.

Sepp schaut verträumt hin und meint: «Wie dumm, ich habe meine Kamera vergessen. Das gäbe ein schönes Kalenderbild.»

Fata legt die Kette um ihren edlen Hals. Dann berührt sie sanft Sepps Schultern und haucht: «Nur du kannst so romantisch sein.»

Sepp geht durch einen biochemischen Prozess, der seine Sinne durcheinander bringt. Das zeigt sich fatalerweise als Schüchternheit: «Dieses Kreuz muss ich halt tragen.» Er schluckt und verschluckt sich beinahe. Der biochemische Prozess ist nicht zu stoppen. Dieser fährt wie ein Schnellzug durch seinen Körper. Im Gesicht angekommen hält er an, weil da alles rot ist.

«Willst du mein Prinz sein?» hört er Fata sagen.

Die Chemie wirkt. In den Achselhöhlen. «Oh, mein Deo!» Diese ihm unbekannten chemischen Substanzen treffen sich überall, fast wie ein Blind Date und richten ein Chaos an. In diesem Durcheinander kommt ihm der lebensrettende Gedanke. Zu spät!

Er hört Fata noch sagen: «Wir werden Kinder haben, zwei prächtige Söhne, richtige Männer wie du es bist.»

«Piip, Piip, Piip»

Der Wecker rettet ihn.