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Neue Freunde

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Was sind das denn für komische Typen?

Sepps Gedanken wollen soeben fragende Verdächtigungen formulieren, als sein Herz abwinkt: «Was soll das, lass dich doch auf dieses Abenteuer ein!»

Er kneift die Augen zusammen und versucht, trotz des grellen Lichts, ein deutlicheres Bild von den beiden zu erhalten. «Geht es da vielleicht ums Teilen?» denkt er. Sepp ermahnt seine Gedanken, sich zu beruhigen und entspannt die Schultern. «Ich schwitze ja gar nicht», bemerkt er freudig. «Cool.»

In diesem Moment spürt er etwas auf der linken Schulter. Er schaut nach und sieht nichts. Mischt sich hier Fantasie mit Realität? Er schaut nach rechts. «Salut Sepp», begrüsst ihn Jacques. Sie fallen sich in die Arme und lachen.

«Kennst du die beiden dort drüben?» «Oui,oui, mes amis.» Er winkt ihnen zu und überquert mit Sepp die Strasse. Den Sonnengebräunten begrüsst er mit «Salut Giovanni». Sepp, schon fast weltmännisch, streckt ihm seine Hand entgegen. «Sepp», sagt er und dann «Salut Giovanni». Darauf wendet er sich forsch dem Fremden ohne Hut zu und fragt nach seinem Namen. Jacques und Giovanni blinzeln sich zu. «Bainvegni» erwidert der andere, «ich bin Gion.»

Sie stehen auf 2065 Metern Höhe, die Luft ist frisch und klar und gibt die Sicht auf ein grossartiges Panorama frei. Sepps Herz tanzt einen Ländler. Sie gehen auf die Beiz zu, vor der einige Harley Davidson stehen. «Hells Angels?» denkt er. «In diesem Paradies?»

Die neuen Freunde klopfen sich den Schnee von den Schuhen, betreten die Wirtschaft und steuern direkt auf den runden Tisch zu. «Stammtisch San Bernardino», steht da geschrieben. Hier lassen sie sich nieder und beginnen zu quatschen. In vier Sprachen und mit acht Händen.

Die Petroleum-Lampe wirft ein warmes Licht auf das Quartett. Plötzlich legt sich ein riesiger Schatten über den Tisch.

«Hey, was macht ihr da?» unterbricht eine rauchige Stimme ihr Gespräch.