« Die fantastischen Vier | Startseite | Die ergiebige Pause »

Das Kreuz mit dem Kreuz

the_swiss_27.jpg

Heute heisst es, Abschied nehmen..

Sepp steht im Korb des Luftballons. Er ist startbereit. Gion, Giovanni und Jacques halten die Leinen, um noch ein paar Worte mit ihm zu wechseln bevor er abhebt.
«Mon Copain, bon voyage, besuche uns wieder.» Sie winken. Gion wirft ihm einen Apfel zu, «Der versüsst dir den Flug.» Sepp lacht. Er ist glücklich, einer solchen Bruderschaft anzugehören.

Giovanni witzelt: «Wenn dir die Luft ausgeht, nimm einfach den Fallschirm. Ciao Sepp, ci vediamo!» Sepp winkt nochmals. Die Freunde lassen die Leinen los.

Der Ballon steigt senkrecht in die Luft und gewinnt rasch an Höhe. Die Silhouetten der drei Zurückgebliebenen werden kleiner und kleiner. Bis zu Punkten, die sich langsam auflösen.

«Holadaittijo», jodelt Sepp. Er ist auf der Heimreise, sein Gepäck ist umfangreich und leicht. Lauter Erlebnisse, die er als Erinnerung mit sich trägt.

Von oben geniesst er die Aussicht. Ihm fallen seine Freunde ein, die charakterlich so verschieden sind wie die Landschaft unter ihm und wie das Wechselspiel des Lichts. «Alle vier sind wir einzigartig und bewundernswert. Als Gruppe sind wir einmalig!»

Ruhig gleitet er dahin. Er lächelt, die Befürchtung, mit andern teilen zu müssen, hat sich beschämt verzogen. Er schliesst die Augen und lässt sich genüsslich vom Fahrtwind treiben.

«Das Kreuz», murmelt Sepp. «Ja, das muss es sein.» er denkt über die Bedeutung des Kreuzes nach. Die vier Richtungen und die zwei Farben. Seine Erkenntnisse sind einfach und scheinen ihm logisch. «Vier Sprachen, vier Kulturen.» Ja, das sind Giovanni, Gion, Jacques und er. Eindeutig! Da gibt es nichts zu rütteln. «Das Kreuz ist ein Plus für uns. Die Landschaft, das Klima, die Ruhe - was wollen wir denn mehr?»

Seine philosophische Ader relativiert die Schwärmerei: «Ja, das Kreuz kann auch eine Bürde sein», sagt ihm seine Erfahrung. «Du hast es selber erlebt, denk ans Teilen».

Sepp will sich nicht so recht darauf einlassen und verwirft den unbequemen Gedanken. «Ich fantasiere lieber ein wenig: Wenn ich das Kreuz um 45 Grad drehe, kann ich alles Schöne multiplizieren. Das gefällt mir.»

Mit dieser Idee will er seine Zukunft gestalten.